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Bericht über die Tätigkeit des Instituts für Ungarische Geschichtsforschung in Wien 2011

In der gegenwärtigen, von Krisen gekennzeichneten Zeit ist es für Ungarn von besonderer Bedeutung, die Aufmerksamkeit der Welt aufgrund seiner Werte und Ergebnisse auf sich zu lenken. Als Direktor kam ich am 15. November 2010 in das 1920 gegründete und in den Jahren 2000/2001 neu gestaltete Institut für Ungarische Geschichtsforschung in Wien. Im vergangenen Jahr war ich darum bemüht, das Institut entsprechend seinen Zielsetzungen so zu leiten, dass die wissenschaftlichen Programme an die Arbeit des Collegium Hungaricum anknüpfen, dass wir uns in unserer Tätigkeit gegenseitig unterstützen und unsere Ergebnisse sich der Vorgänger würdig erweisen.

Ausführlicher Bericht:

1. Konferenzen, wissenschaftliche Veranstaltungen und Tagungen:

1.1. Historischer Filmklub: (Fröhliche Friedenszeit, KuK — Kádár und Kreisky), ungarische Dokumentarfilme und wissenschaftliche Vorträge:

24.01.2011 DEÁK, ÁGNES: Vortrag über das Verschwinden der Heiligen Krone. und deren Auffindung im 19. Jh. Filmvorführung: A Szentkorona pokoljárása/Höllenfahrt der Heiligen Krone (Dokumentarfilm, Regie: Péter Bokor und Gábor Hanák, 1991). Etwa 40 Besucher. Fotogalerie

21.02.2011 HORVÁTH, ATTILA: Vortrag über den Humor in der Kádár-Ära. Filmvorführung: Alfonzó szenvedélyei + Riadó a Pitypang Szállóban/ Alfonzós Leidenschaften + Alarm im Hotel Pitypang (Kabarett, Lustspiel, Regie: Alfonzó und György Palásthy). Etwa 45 Besucher. Fotogalerie

23.03.2011 VÁRSZEGI, ASZTRIK OSB und SZABÓ, CSABA: Vortrag über die Kirchenpolitik der Kádár-Ära. Filmvorführung: Bekenner und Agenten (Dokumentarfilm, Regie: Barna Kabai und Katalin Petényi, 2009). Cca 35 Besucher. Fotogalerie

18.04.2011 KÖVÉR, GYÖRGY: Vortrag über den Prozeß von Tiszaeszlár. Filmvorführung. Ausschnitte aus dem Film Tutajosok/Holzflößer (Regie: Judit Elek, 1987–1989). Etwa 40 Besucher. Fotogalerie

06.06.2011 MAJTÉNYI, GYÖRGY: Vortrag über die Elite in der Rákosi- und der Kádár-Ära. Filmvorführung: Bűvös vadászok/Freischütze (Dokumentarfilm, Regie: Péter Móczán, 2009). Etwa 45 Besucher. Fotogalerie

07.11.2011 Filmvorführung: A Nagy Imre-per 1958/Der Imre-Nagy-Prozeß 1958, (Dokumentarfilm, Regie: Katalin Nagy, 2010). Podiumsgespräch mit László Regéczy Nagy (Zeitzeuge), Csaba Szabó (Experte des Films, Drehbuchautor), Gábor Hanák (Experte des Films) und Péter Móczán (Producer). Cca. 85 Besucher. Fotogalerie

1.2. Buchpräsentationen:

16.03.2011 Lajos Thallóczy, der Historiker und Politiker. Herausgegeben von Dževad Juzbašić und Imre Ress. Sarajevo, Bp., 2010. Gemeinsam mit dem Österreichischen Staatsarchiv (ÖStA). Etwa 55 Besucher.

07.04.2011 Korai szombatos írások / Frühe Sabbatisten-Schriften. Red.: Réka Újlaki-Nagy. Szeged, 2010. Gemeinsam mit dem Zentralverband Ungarischer Vereine u. Organisationen in Österreich. Etwa 30 Besucher.

26.05.2011 Legendák lovasa. Jelenetek Buda, Pest, Bécs albumából/Ritter von Legenden. Szenen aus dem Album Buda, Pest und Wien. Red. Péter Búza. Bp., 2010. Etwa 30 Besucher. Fotogalerie

07.06.2011 Österreichisch-ungarische Beziehungen im Bereich des Hochschulwesens. Red. Zsolt K. Lengyel, József Zsigmond Nagy, Gábor Újváry. Székesfehérvár, Bp., 2010. Etwa 35 Besucher. Fotogalerie

20.06.2011 Einrichtungswerk des Königreichs Hungarn. Red.: János Varga, János Kalmár. Bp., 2011. Gemeinsam mit dem ÖStA und dem Zentralverband. Etwa 85 Besucher.

03.11.2011 EVELYN SCHLAG: Die große Freiheit des Ferenc Puskás. Wien, 2011. Gemeinsam mit dem Zsolnay Verlag. Etwa 45 Besucher. Fotogalerie

05.12.2011 Das Ungarische Nationalarchiv (MOL) im Österreichischen Staatsarchiv. Präsentation der Tätigkeit und der Publikationen von MOL. Gemeinsam mit dem ÖStA. Vorträge: CSABA SZABÓ referierte über die Geschichte des Ungarischen Nationalarchivs, GYÖRGY LACZLAVIK, stellv. Hauptabteilungsleiter des MOL über die Ergebnisse der Digitalisierung, Hauptarchivarin ENIKŐ TÖRÖK über die Schaffung eines elektronischen Katalogs der Kartensammlung und die Digitalisierung von Karten sowie Hauptarchivar ZOLTÁN ÓLMOSI über die Arbeit des MOL im 20. Jahrhundert. ISTVÁN FAZEKAS berichtete über die Tätigkeit der ungarischen Archivdelegierten in Wien und stellte die von den Delegierten erschlossenen (elektronischen) Archivbehelfe vor. Prof. THOMAS WINKELBAUER (Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung) präsentierte den zweisprachigen Band von Géza Pálffy „A haditérképészet kezdetei a Habsburg Monarchiában. Az Angielieni várépítész família rendszeres térképészeti tevékenysége a horvát-szlavón és a magyarországi határvidéken az 1560–1570-es években"/ Anfänge der Militärkartographie in der Habsburgermonarchie. Die regelmäßige kartographische Tätigkeit der Burgbaumeisterfamilie Angielieni an den kroatisch-slawonischen und den ungarischen Grenzen in den Jahren 1560–1570. Etwa 85 Besucher. Siehe die Bekanntmachung. http://www.mol.gov.hu/nemzetkozi_hirek_es_kapcsolatok/latogatas_az_osztrak_allami_leveltarban.html Fotogalerie

1.3. Konferenzen, Rundtischgespräche und workshops:

01.04.2011 Die ungarische Geschichtsschreibung nach der Wende. Rundtischgespräch, organisiert vom Österreichischen Institut für Ungarische Studien (ÖIUS) unter Mitwirkung des Instituts für Ungarische Geschichtsforschung in Wien. Vortrag von CSABA SZABÓ über die Kirchen-Geschichtsschreibung nach 1990. Etwa 20 Besucher.

02-03.05.2011 Frühneuzeitforschung in Ungarn und Österreich. Gemeinsam mit dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung. Etwa 40 Besucher. Siehe Bekanntmachung.

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3887 Fotogalerie

06.10.2011 Die Ungarische Sendung des „Radio Free Europe" ist 60 Jahre alt. Podiumsgespräch, mit originalen Ton- und Filmausschnitten. Gäste: Botschafter VINCE SZALAY-BOBROVNICZKY, Staatssekretär im Ministerium f. Nationale Ressourcen GÉZA SZŐCS, ehem. Redakteur des Senders, Univ.-Prof. MMag. DDr. OLIVER RATHKOLB (Vorstand, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien), CSABA SKULTÉTY (Ambrus Márton) und BARNA BÜKY (János Vadász) sowie GÁBOR HANÁK. Etwa 40 Besucher. Über dieses Ereignis berichtete auch das Ungarische Fernsehen. Siehe die Berichte und die Presse (auch woanders). http://valakiblogja.wordpress.com/2011/10/08/60-eves-a-szabad-europa-radio-emlekezes-az-mti-arhivumabol Fotogalerie

11.10.2011 Zum Gedenken an Johannes Sambucus. (János Zsámboky wurde vor 480 Jahren geboren. Mitteleuropäische Humanismusforschung.) Gemeinsam mit dem Institut für Byzanzforschung — Österreichische Akademie der Wissenschaften. Etwa 30 Besucher. Siehe Bericht. http://www.dunatv.hu/musor/videotar?pid=566188

13.10.2011 Zum Gedenken an Tamás Cseh, den geduldeten Liedermacher der Kádár-Ära. Podiumsgespräch, mit originalen Ton- und Filmausschnitten. Gäste: GÉZA BEREMÉNYI, GÁBOR HANÁK, ÉVA CSÁSZÁR BÍRÓ. Etwa 120 Besucher. Siehe die Berichte und die Presse (auch woanders). http://volksgruppen.orf.at/magyarok/aktualis/stories/155031/;

http://www.hirstart.hu/fk/becs/15; http://videotar.mtv.hu/Cimkek/c/s/cseh_tamas.aspx Fotogalerie

18.11.2011 Zum Gedenken an József Kardinal Mindszenty, 1971–1975. Gemeinsam mit dem Collegium Pazmaneum. Vortrag von CSABA SZABÓ: Kardinal Mindszenty verlässt Ungarn im Jahre 1971. Etwa 50 Besucher. Siehe die Berichte und die Presse (auch woanders). http://volksgruppen.orf.at/magyarok/aktualis/stories/156833/

06-07.12.2011 Medien- und Pressegeschichte. Gemeinsam mit der Universität Wien Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft (EVSL), Ostasienwissenschaften/Sinologie und dem Österreichischen Institut für Ungarische Studien. Vortrag von CSABA SZABÓ: Die Lage der katholischen Presse in Ungarn zur Zeit des Kommunismus. Etwa 35 Besucher.

2. Aufgaben bez. der Wissenschaftsorganisation, Kontaktpflege mit Institutionen des Empfängerlandes

Im Zusammenhang mit den verschiedenen (oben ausführlich beschriebenen) Veranstaltungen, aber auch dank der persönlichen und früheren Arbeitsbeziehungen ist die Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Staatsarchiv, mit einigen Instituten der Universität Wien, wie mit dem Institut für Finno-Ugristik, der Theologischen Fakultät, ferner mit dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung sehr gut. Gute Beziehungen wurden zur Österreichischen Akademie der Wissenschaften, darunter zum Institut für Byzanzforschung sowie zum Österreichischen Institut für Ungarische Studien ausgebaut.

Kurz ist auch die Pflege der Kontakte mit den Organisationen ungarischer Emigranten zu erwähnen. Es ist gelungen, gute Beziehungen zu allen bedeutenderen Vereinen, Organisationen und auch den Vertretern der Kirchen auszubauen, denn ihr Kontakt-Netzwerk ist auch für Ungarn wichtig. Von den gemeinsam mit dem CH, der Botschaft und den Organisationen und Vereinen der Wiener Ungarn gemeinsam veranstalteten Programmen ragen die vom Institut für Ungarische Geschichtsforschung koordinierten Feierlichkeiten heraus: die Gedenkfeiern an den Nationalfeiertagen, dem 15. März und dem 23. Oktober, zum 200. Geburtstag von Liszt und zum 55. Jahrestag der Revolution und des Freiheitskampfes 1956 im Stephansdom.

3. Verleger-Tätigkeit:

Ein wissenschaftliches Institut wird durch seine selbständigen wissenschaftlichen Publikationen und seine Buchreihen wirklich authentisch, denn sie sind Ausdruck für die geistige Arbeit am Institut. Die Jahrbücher des Instituts für Ungarische Geschichtsforschung in Wien sind zwischen 1931 und 1940 in zehn Bänden erschienen. Das sind Grundwerke der ungarischen gesellschaftswissenschaftlichen Forschung in Wien in der Zwischenkriegszeit.

Beim Neustart des Instituts 2000/2001 hat es auch Direktor Gábor Újváry als wichtig erachtet, selbständige Publikationen zu veröffentlichen. 2001 startete er zwei Publikationen (CH Hefte, in einem Umfang von 100 Seiten) und 2002 (Collegium Hungaricum - Studien). Leider ist keine von Beiden fortgesetzt worden.

Der Wissenschaftliche Direktor József Kelenik begann 2009 mit einer weiteren Serie von Publikationen der Ungarischen Geschichtsforschung in Wien mit intensiver Unterstützung von Péter Tusor zwecks größerer Mitteilungen.

Anna Fundárková: Ein ungarischer Aristokrat am Wiener Hof des 17. Jahrhunderts. Die Briefe von Paul Pálffy an Maximilian von Trauttmansdorff (1647–1650). Publikationen der Ungarische Geschichtsforschung in Wien. Bd. I. Wien 2009. Link

Die wissenschaftliche Publikation ist für das Institut wichtig, daher entschloss ich mich zur Fortsetzung der von József Kelenik und Péter Tusor eingeleiteten Serie, denn sie liegt noch in zeitlicher Nähe, so dass man sie noch fortsetzen konnte. Auch das Redaktionskollegium wurde erneuert.

Pécs (Fünfkirchen) das Bistum und die Bischofsstadt im Mittelalter. Hrsg. von TAMÁS FEDELES und LÁSZLÓ KOSZTA. Publikationen der Ungarische Geschichtsforschung in Wien. Bd. II. Wien, 2011. Link

Széchenyi, Kossuth, Batthyány, Deák. Hrsg. von ISTVÁN FAZEKAS, STEFAN MALFÉR, PÉTER TUSOR. Publikationen der Ungarischen Geschichtsforschung in Wien. Bd. III. Wien, 2011. Link

4. Stipendien, Stipendiaten:

2011 sind die ersten Stipendiaten erst im Mai in Wien angekommen.

Das Stipendium CH1 für Senioren erhielten 16 Personen für 20 Monate, das Stipendium CH2 für junge Forscher erwarben 24 Personen für 44 Monate. Mit den beiden Stipendien sind also 2011 rund 40 Personen für insgesamt 64 Monate nach Wien gekommen. Das Klebelsberg-Stipendium ist zehn Personen zuteil geworden, die damit 13 Monate Wien-Aufenthalt erhielten.

Zweimal in monatlichem Durchschnitt traf ich mich mit den Stipendiaten. Am Anfang des Monats hielt ich eine allgemeine Information, wobei sich die Stipendiaten vorstellten und ihre Forschungspläne darlegten. Am Ende des Monats berichteten sie dann über ihre Ergebnisse. An diesen Gesprächen nahm auch der Archivdelegierte István Fazekas teil. In Abhängigkeit vom Wetter und von den verfügbaren Geldmitteln waren wir bemüht, auch Ausflüge für die Stipendiaten (in Wien und Umgebung) zu organisieren. Dabei wurden vor allem Gedenkstätten besichtigt, die auch mit der ungarischen Geschichte zu tun haben. Mehrere Stipendiaten (z.B. Kunsthistoriker, Historiker und Geologe) hielten bei diesen Gelegenheiten jeweils einen kurzen Vortrag.

 

Priv.-Doz. Dr. Csaba Szabó

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